Travel Diary – Vegan in Kambodscha (Teil 2)

Mr.-Longear-Vegan-in-Kambodscha-Kampot-11Mit dem Rucksack vegan durch Kambodscha

Nach dem ihr in unserem ersten Teil des Kambodscha Travel Diarys einiges von unsere  Aufenthalten auf den zwei traumhaften  Inseln Koh Rong und Koh Rong Samloem lesen konntet, geht es nun ab aufs Festland. …und auch hier wurde es uns natürlich nicht langweilig.
Rückblickend betrachtet fühlen sich die knapp drei Wochen Kambodscha fast an als wären wir 2 Monate unterwegs gewesen. Wir haben so unglaublich viele schöne Eindrücke und Erlebnisse gesammelt und tolle und interessante Menschen kennengelernt. und sind absolut überzeugt: Kambdoscha sollte auf keiner Reise-Erlebnis-Liste fehlen!

9. – 12. Tag Kampot

Gespannt was uns in Kampot alles erwarten würde,  stiegen wir aus unserem Mini-Van aus und sattelten über ins nächste TukTuk, welches uns zu unserem zu Hause der nächsten Tage brachte. Die Unterkunft haben wir von zwei Mädels auf Koh Rong Samloem empfohlen bekommen und hatten sie den Abend vorher telefonisch reserviert. Das Banyan Tree Guesthouse liegt ein wenig abgelegen vom Stadtzentrum (ca. 5 Minuten TukTuk-Fahrt) direkt am Prek Thom River. Es ist ausgestattet mit verschiedene Bungalows und einigen Dorms.  Das Glück war uns hold und wir bekamen tatsächlich den abgefahrensten Bungalow unserer Reise: einen „Floating Bungalow“ unmittelbar auf dem Fluss platziert und mit lediglich drei Wänden versehen. Nach vorn heraus konnten wir aufgrund der „fehlenden“ Wand direkt in den Fluss hüpfen, am Abend wurden wir schön in den Schlaf geschaukelt und morgens wurden wir von wunderschönen Sonnenaufgängen sanft geweckt.

Während unserer Zeit in Kampot ließen wir uns im Banteay Srey Spa (direkt neben unserem Guesthouse) mit Massage & Maniküre verwöhnen, tanzten zu Livemusik auf einer Party im Banyan Tree und erkundeten die Stadt. Wir verliebten uns direkt am ersten Tag in das leicht französisch angehauchte Städtchen und entschieden uns aufgrunddessen noch einen Tag länger zu bleiben. Auch beim Essen kamen wir wieder voll auf unsere Kosten. Über HappyCow entdeckten wir „Simple Things“ – ein vegetarisch/veganes Restaurant – in dem wir während unserer Zeit in Kampot gleich mehrmals einkehrten und uns mit köstlichsten veganen kreationen verwöhnen ließen.

Um aber auch noch ein bisschen mehr von Kampot und seiner Umgebung zu sehen, organisierten wir uns für einen halben Tag einen TukTuk-Fahrer der uns verschiedene Highlights in und  rund um Kampot zeigen durfte. Unsere „Tour“ startete bei den Salt Fields: hier wird das Meersalz durch den Prozess der Verdunstung geerntet. Als nächstes ging es dann zu einer „Bat Cave“ (Höhle mit Fledermäusen), bei der wir davon ausgegangen sind, dass man da einfach durch spazieren kann aber Pustekuchen! Es wurde gesprungen und geklettert und auf dem Popo die Höhle nach unten gerutscht was das Zeug hält und fragt bloß nicht wie wir danach aussahen! 😀
Während der Fahrt zur berühmten Pfefferplantage – so einige Köche jauchzen nur bei der Erwähnung von „Kampot-Peffer“ – konnten wir uns jedoch von unserer Kletter-Partie ein wenig erholen. Angekommen auf der Plantage erhielten wir eine kleine Führung und die Gelegenheit, einige Pfefferpäckchen für zu Hause käuflich zu erwerben. Über einen kleinen Umweg durch die Küstenstadt Kep (recht hübsch, aber konnte unserer meinung in keinster Weise mit Kampot mithalten) ging es dann wieder zurück nach Kampot.
Zum Abschluss des erlebnisreichen Tages hat uns unser liebgewonnener TukTuk-Fahrer noch zu seinem (etwas verrückten) Freund auf „ein“ Glas „Palm Juice“ eingeladen. Ich bin ja der meinung es war kein Juice sondern Whine, es wurde aber beteuert, dass keinerlei Alkohol enthalten sei und dieser super super gesund sei! Trotz, dass es mir und Alice ordentlich im Kopf gekreiselt hat, wollen wir ihm mal glauben. *hüstl*

Wie leider schon auf den Inseln ging auch die Zeit in Kampot viiiiiel zu schnell rum und so saßen wir am 12. Tag bereits wieder im Nachtbus nach Siem Reap zu unserem Yoga Retreat Camp.

Bungalow: Banyan Tree Guesthouse

Restaurant: Simple ThingsEllie’s Café

13. – 16. Tag Siem Reap – Hariharlaya Yoga & Retreat Camp

Die Fahrt mit dem Nachtbus sparte uns zwar Zeit und eine Übernachtung im Hostel aber sie war leider alles andere als bequem. Die Klimaanlage war auf Eiszeit gestellt, es gab „nur“ ganz normale Sitze und wir sind mehr oder weniger mitten in der Nacht (um 5 Uhr morgens) in Siem Reap angekommen. Nach einer frischen Kokonuss zum Frühstück und ein paar Stunden Warterei (wir waren einfach viel zu früh für die Abholung ins Yoga Camp dran) wurden wir dann von den super netten Yoga-Lehrern des Hariharalaya Yoga und Meditions Center am vereinbahrten Treffpunkt eingesammelt.

Die Zeit im Hariharalaya war für uns beide eine komplett neue Erfahrung. Wir  beide machen hin und wieder Yoga aber nie so intensiv wie wir es dort vor Ort praktiziert haben. Die Lehrer, die Location, das Essen (alles vegan) und die TeilnehmerInnen waren einfach klasse. Streckenweise machte uns die ungewohnte Hitze (in Siem Reap war es noch um einiges heißer als in Küstennähe) zu schaffen. Bilder von dem tollen Essen sucht ihr übrigens vergeblich, ein Teil des Retreat Konzepts ist Digital Detox, daher wurden Smartphones, Tablets und E-Books in die Unterkünfte „verbannt“ und blieben für die zeit des Retreats ungenutzt. Besonders toll war für uns die Hidden Temple Yoga Tour, die uns – wie es der Name schon fast verrät – zu einem abgelegenen Tempel führte, der als tolle Kulisse für eine Yoga Session unter freiem Himmel diente. Anschließend gab es ein unglaublich leckeres und vielseitiges Picknick in gemütlicher Runde und endlich die Möglichkeit einmal ein paar Fotos zu schießen (es hat uns schon ganz schön gekribbelt in den Fingern).
Neben Yoga und Meditation verbrachten wir unsere Zeit mit Lesen, im Pool entspannen, kleinen Fahrrad-Ausflügen in das nahe gelegen Dorf und einem großen Ausflug nach Angkor-Wat.

retreat

Yoga & Meditation – RETREAT PROGRAM

Angkor Wat gehört zu den bedeutsamsten und wahrscheinlich auch beeindruckendsten Tempelanlagen in Kambodscha. Es ist Wahnsinn was alles von Menschen-Hand ohne Maschinen geschaffen wurde! Zeitgleich ist es aber auch beeindruckend mit anzusehen wir stark die Natur ist, die sich durch den ein oder anderen Tempel hindurch schlingt (vor allem durch Ta Prohm – der z.B. als Drehort für Tomb Raider diente) und sich Stück für Stück ihren Platz wieder zurück erobert.

Bungalow: Hariharalaya Yoga & Meditation Retreat

Essen: Hariharalaya Yoga & Meditation Retreat

17. – 18. Tag Phnom Penh

Eine erneute Nachtbusfahrt später, diesmal allerdings in einem Bus, ausgestatt mit richtigen Betten, befanden wir uns wieder an unserem Ausgangspunkt unserer Reise: Phnom Penh. Die Hauptstadt Kambodschas ist im Vergleich zu den anderen Städten in denen wir waren, extrem wuselig und laut. Es war wirklich abenteuerlich sich mit dem Tuk-Tuk durch den dichten Verkehr zu fädeln. Nach unserer Ankunft entspannten wir uns erst einmal in unserem Hotel und sortierten unsere Rucksäcke für die bereits am nächsten Abend anstehende Heimreise, um uns dann an die Erkundung der Stadt zu machen. Der Central Market ist perfekt zum Shoppen von kleinen Souvenirs und Lebensmitteln. In den kleinen Seitenstraßen gibt es außerdem einige hübsche Boutiquen in denen man bspw. fair produzierte Kleidung und Schmuck kaufen kann. Aber auch am veganen Essensmöglichkeiten mangelte in Phnom Penh nicht. Wir waren gleich zwei mal im ARTillery Arts Cafe – ein sehr niedliches im Hinterhof gelegenes Cafe – und einmal im Evergreen Vegetarian Cafe. Dort gibt es eine große Auswahl an leckeren vegan/vegetarische Gerichte zu sehr günstigen Preisen.

Am letzten Tag, ein paar Stunden vor unserem Abflug, entschieden wir uns noch für einen etwas emotionaleren Ausflug in die Geschichte Kambodschas. Via TukTuk fuhren wir zu den Killing Fields in Choeung Ek. Wem es nicht bekannt ist: Von 1975 bis 1979 fanden in Kambodscha politisch motivierte Massenmorde statt. Die Roten Khmer töteten große Teile ihrer eigenen Bevölkerung. Man schätzt dass in diesem Zeitraum ca. 1-2 Millionen Menschen ums Leben gekommen sind. Allein auf den Killing Fields in Choeung Ek waren es ca. 17.000 Menschen. Es war für uns beide wirklich schrecklich zu sehen und zu hören was dort vor wenigen Jahrzehnte für Gräueltaten begangen wurden, aber auch das gehört zu diesem Land. Für uns war es wichtig auch etwas über die Geschichte dieses wunderschönen Landes zu erfahren. Eine gute Zusammenfassung der geschichtlichen Hintergründe, inkl. Fotos, die wir leider kaum in der Lage waren  zu schießen, findet ihr hier zusammengefasst.

Hotel: OKAY Boutique Hotel

Essen: ARTillery Arts CafeEvergreen Vegetarian Cafe

Am Abend flogen wir dann auch schon (über einen Zwischenstopp in Bangkok) zurück nach Hause. Dieser Urlaub war für uns beide wohl der beeindruckendste Urlaub den wir bisher erleben durften. Mit dem Rucksack zu reisen war für uns eine vollkommen neue Erfahrung, die wir sicher bald wiederholen werden. Kambodscha können wir Euch in jedem Fall wärmstens empfehlen. Die Landschaft und die Menschen waren so beeidrucken und großartig und auch die vegane Verköstigung bereitete uns keine Problem. Wir haben auf jeden Fall jetzt das Backpacker-Virus. Der nächste Trip kann kann gerne kommen!

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